Ein Ass gleich zu Beginn

Veröffentlicht: 9. Juli 2018 in Allgemein

20180707_210927Johannes Oerding begeistert 4000 Fans bei der „Nightlife meets Tennis“ – Show

Text und Fotos: Klaus Gohlke

Spiel, Satz und Sieg für Johannes Oerding! Das schiene doch die richtige Ansage anlässlich des Auftaktkonzerts der Reihe „Nightlife meets Tennis“ beim 25. Braunschweiger Sparkassen Open. Stimmt aber nicht. Denn Oerding hatte ja gar keinen Gegner, den er hätte besiegen müssen. Es war ein Konzert-Spiel mit bestem Blatt, um mal die Sportart zu wechseln.

Toller Sommerabendhimmel mit sich überlagernden Kondensstreifen, heimfliegenden Reihern, im Winde sich leicht wiegenden Bäumen. Vorzügliche Rahmenbedingungen, was das leibliche Wohl betrifft. Ein überaus geschicktes „Warmup“ mit der erst 13-jährigen Braunschweiger „The Voice Kids- Sängerin“ Maxima Clavey.

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Eine ganze Gefühlspalette begleitete ihren Karaoke-Gesang. Sorgend-ängstliches Mitfiebern, zuversichtliches Hoffen, nahezu elterliche Fürsorge und zum guten Ende erleichterter Jubel.

Ja, und ein Publikum, das absolut bereit war, sich diesem derzeit sehr angesagten Manne und seiner Band hinzugeben. Und er macht das ja auch sehr geschickt. Etwa, das Publikum näher ranzuholen, ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen. Freilich – die Fans aufzufordern, jedem Vor-, Hinter-, Nebenstehenden die Hand zu reichen und sich vorzustellen – das riecht doch sehr nach Kirchentag. Aber – wenn das zu seinem Schmusesong „So schön“ geschieht und man zum Gegenüber „Du bist sooo schön!“ sagen soll, dann wird das alles ungemein witzig und entspannt.

Aber es ist nicht nur dieses Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem Publikum, es ist das „Gesamtpaket“, das überzeugt. Da ist seine Band, „meine Jungs“, wie Oerding gern sagt. Eine absolut gut eingespielte und handwerklich überzeugende Truppe. Es ist die Song-Mixtur, die präsentiert wird. Hits aus allen Phasen der Fünf-Alben-Karriere, die stilistisch breit angelegt sind. Vom Folk-Format über aufgelockerten Pop hin zu rockigen Nummern, die den Musikern auch etwas Platz für solistische Einlagen erlauben. Und es ist Oerdings sicherer Umgang mit griffigen Showelementen. Sei es der Gang runter von der Bühne durchs Publikum, Star-Posing, Lightshow, Publikumsansprache.

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Dazu gehört auch, dass er die oben erwähnte Jungsängerin Maxima zu seinem jüngsten Erfolgstitel „Hundert Leben“ zu einem Kurzauftritt auf die Bühne holt. „Ich habe viel erlebt!“, kann sie sich dereinst mal erinnern.

Natürlich kann man sich kritisch zum musikalischen Minimalismus seiner Songs äußern, kann man die Kraftmeierei und die teilweise fehlende Schlüssigkeit seiner Sprachbilder kritisieren. Aber – Oerding kam nicht zur Dichterlesung, nicht zum Kompositionswettbewerb oder als Politbarde. Er kam, um Pop-Musik zu machen und damit den Moment zu leben. „Die Zeit steht still, weil ich diesen Moment für immer behalten will!“, sang er nahezu faustisch inspiriert zum Abschluss anrührend und zur großen Freude aller allein auf der Bühne. Aufschlag-Ass noch mal als Finale.

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